Zu dir, du Quelle der Barmherzigkeit, Gott, komme ich Sünder.
Du wollest mich Unreinen waschen.
Du Sonne der Gerechtigkeit, erleuchte mich Blinden.
Du ewiger Gott, Arzt, heile mich Verwundeten.
Du König der Könige, bekleide mich Entwaffneten.
Du guter Hirt, fürher mich Irrenden zurück auf den Weg.

Schenke, Gott, mir Elendem Barmherzigkeit,
mir Schuldigem Nachsicht,
mir Totem Leben,
mir Frevelndem Rechtfertigung,
mir Verhärtetem die Salbung der Gnade.

O Mildester, rufe mich zurück, wenn ich fliehe,
ziehe mich, wenn ich Widerstand leiste,
richte mich auf, wenn ich falle,
halte mich, wenn ich stehe,
führe mich, wenn ich gehe,
vergiss mich nicht, wenn ich dich vergesse,
verlass mich nicht, wenn ich dich verlasse,
verschmähe mich nicht, wenn ich sündige.
Denn durch mein Sündigen habe ich dich, meinen Gott, gekränkt,
meinen Nächsten verletzt,
auch mich selbst verwundet.

Ich habe gesündigt, mein Gott,
durch Schwachheit gegen dich, allmächtiger Vater,
durch Unwissenheit gegen dich, weiser Sohn,
durch Bosheit gegen dich, milder Heiliger Geist,
mit all diesem habe ich dich, erhabene Dreieinigkeit gekränkt.

Wehe mir Elendem, wie viele und schwere Vergehen habe ich begangen!
Was habe ich angerichtet!
Dich, Herr, habe ich verlassen,
über deine Güte habe ich Klage erhoben,
weil ungerechter Liebeseifer mich befiel,
unrechte Furcht mich beugte,
so dass ich lieber dich verlieren, als die geliebten Güter entbehren wollte,
lieber dich kränken wollte, als es zu unterlassen,
gegen das, was ich fürchtete, anzukämpfen.

O mein Gott, wie sehr habe ich mit Wort und Tat geschadet!
Im Verborgenen, aber auch offen und trotzig habe ich gesündigt.
Daher flehe ich für meine Gebrechlichkeit:
Schau nicht auf meine Bosheit, sondern auf deine unendliche Gutheit.
Erlass mir in Milde, was ich verschuldet habe,
schenke mir, dass ich über das Vergangene Schmerz empfinde
und mich in Zukunft in wirksamer Weise in acht nehme.